Vorwort zum Katalog: CODE-ART, 2018
Mit der Ausweitung des Digitalen in unserer globalisierten Welt haben auch technisiert vereinfachte Kommunikationsformen Einzug in unseren Alltag gehalten. So ist auf Reklametafeln oder bei Produktbewerbung ein QR-Code nicht mehr wegzudenken, der uns via geeigneter Smartphoneapp mit einer Internetadresse verbindet. Die Preise von Waren sind mit Barcodes codiert und werden an der Kasse per Scanner auf unsere Rechnung ausgelesen und übertragen.
Technische Neuerungen fanden schon immer Einzug in die Kunst. So haben Impressionisten – ohne es der Öffentlichkeit kund zu tun – die Photographie für ihre Arbeit genutzt. Auch den Siebdruck, der als großflächig anwendbares Durchdruckverfahren die Herstellung von Verkehrsschildern vereinfachte, untersuchten Künstler auf seine ästhetischen Valenzen.
So hat es mich gereizt die sperrigen QR-Codes für künstlerische Aussagen zu nutzen. Die reinen Text-QR-Codes entwickeln für mich schon in ihrem schwarzweißen Flimmern ihren Reiz und weisen darüber hinaus auf die Zitate und Gedichte hin, die ihnen die Form geben.
Die Barcodes, die an Streifenbilder von Daniel Buren erinnern, nutze ich zu Kombinationen von einfachen Begriffen oder Namen mit fragmentierten Bildinhalten. Beide Teile verstärken einander.
Martin R. Becker
